Richtiges Lüften vermeidet Schimmel

Bei gekipptem Fenster findet nur ein minimaler Luftaustausch statt.

Schlecht: Bei gekippten Fenstern findet nur ein minimaler Luftaustausch statt.
Foto: Dipl.-Ing. Olof E. Matthaei – Energieberatung

Nachdem der Winter hier in Deutschland bis Ende Dezember sehr mild war, haben wir zwischenzeitlich doch noch Frost und Schnee bekommen. So gesehen der richtige Zeitpunkt, um einmal die Themen lüften und heizen zu betrachten.

Warum lüften?

Zu diesem Thema gibt es verschiedene Meinungen. Der einzige Punkt, in dem sich alle einigermaßen einig sind, ist die Tatsache, dass ein Luftaustausch stattfinden muss. Die im Haus oder in der Wohnung anfallende Feuchtigkeit muss nach außen transportiert werden, sowie die Schadstoffe, die aus Möbeln, Teppichen und anderer Ausstattung ausdünsten. Fehlt ein Luftaustausch, so kann die steigende Schadstoffbelastung die Atemwege reizen.

Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit kann zu Schimmel führen, wenn der Wasserdampf an kalten Flächen kondensiert und, beispielsweise wenn Möbel davor stehen, nicht mehr richtig abtrocknen kann. Feuchtigkeit entsteht übrigens nicht nur beim Kochen, Waschen und Duschen – auch der Mensch selbst gibt fortlaufend Feuchtigkeit ab. Wer die Feuchtigkeit messen will, einfache Hygrometer gib es für ca. 15 EUR im Handel. Eine sinnvolle Investition finde ich.

Hygrometer

Dank Hygrometer hat man die Luftfeuchtigkeit jederzeit im Blick.

Pysikalischer Hintergrund: Je wärmer die Luft ist, desto mehr Feuchtigkeit kann sie aufnehmen. Beim Lüften wird die feuchte, warme Raumluft durch trockenere, kühle Außenluft ersetzt. Dadurch wird die Feuchtigkeit nach außen transportiert.

Wie lüften?

Gleich vorne weg, das Dauerlüften mit gekippten Fenstern ist die schlechteste und teuerste Art zu lüften. Es findet nämlich nur ein sehr geringer Luftaustausch statt, während aber die Wand massiv auskühlt.„Kippbare Fenster gehören verboten“, habe ich mal von einem Energieberater gehört. Richtig ist stattdessen das Stoßlüften. Die Fenster und Innentüren für fünf Minuten ganz öffnen, so dass die Luft einmal komplett ausgetauscht wird, ohne dass viel Wärme verloren geht. Die Wärme wird übrigens nicht in der Luft gespeichert, sondern in Elementen mit viel mehr Masse – Fußboden, Wänden, Möbel usw.

Das Lüften ist abhängig von der Bausubstanz

Wie viel gelüftet werden muss, hängt vom Alter und Zustand des Bauwerks ab. Mit einfach verglasten Fenster aus den 50ern ist natürlich schon eine Grundlüftung vorhanden. Das macht sich jedoch in den Heizkosten bemerkbar, da die Luft dauernd und nicht nur nach dem Lüften wieder aufgeheizt werden muss. Bei Neubauten oder Sanierungen muss das Gebäude entsprechend der aktuellen EnEV (Energieeinsparverordnung) gedämmt und abgedichtet werden. Hier ist das richtige Lüften noch wichtiger als bei Altbauten. Wer noch mehr und fundierter zum Thema Lüften lesen möchte, kann das direkt beim Fachmann tun: Dipl.- Ing. Olof E. Matthaei.

Automatische Lüftung

In vielen Neubauten wird deshalb heute eine kontrollierte Wohnraumlüftung eingebaut. Sie kann zentral sein, dann gehen die Lüftungsleitungen durch das ganz Haus – oder dezentral, dann sind einige Räume mit einer Lüftung ausgestattet, die direkt nach außen geht. Ob zentral oder dezentral, die meisten Anlagen bieten heute Wärmerückgewinnung, die aber nicht überschätzt werden darf. Die Kosten für die Lüftungsanlage lassen sich nicht über den eingesparten Heizaufwand amortisieren.

Für unser neues Haus haben wir uns für eine zentrale Lüftung entschieden, die wir über ein einfaches Bedienteil im Wohnzimmer steuern können. Zur Steuerung wird ein 0-10V-Signal verwendet, so dass sich die Lüftung auch über die Gebäudetechnik steuern liese, die ohnehin über ein Touchpanel verfügt. Da unsere digitalSTROM-Raumfühler auch die Luftfeuchtigkeit erfassen, wäre auch eine bedarfsabhängige Regelung der Lüftung realisierbar, so als Zukunftsprojekt.

Wie halten Sie es mit dem Lüften? Drei mal täglich Stoßlüften oder haben Sie auch eine automatische Lüftung? Schreiben Sie Ihre Meinung doch als Kommentar in den Blog oder per E-Mail direkt an den Autor.

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Gerhard Bäurle

Marketing / PR bei tci GmbH
Gerhard Bäurle arbeitet als "schreibender Ingenieur" für tci. Er ist in der Welt der elektrischen Automatisierung zuhause und betrachtet Technologie auch immer aus dem Blickwinkel der Anwender. Aus dieser Sicht bringt er Technik in eine verständliche Form. Das gilt für Presseartikel und Anwenderberichte ebenso wie für Vorträge und Kundengespräche auf Fachmessen. _______________________________________________________________ Gerhard Bäurle works as "writing engineer" for tci. He is at home in the world of electric automation technology and considers technology from the perspective of the user. With this view he brings technology in a comprehensible wording. . This applies for press articles and case studies as well as for presentations and dialogues with customers at trade fairs.

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6 thoughts on “Richtiges Lüften vermeidet Schimmel

  1. Pingback: Richtig heizen: Die passende Temperatur finden - tci GmbH | Blog

  2. Anja Jager

    Richtig zu lüften is so wichtig! Danke für den aufklärenden Beitrag, denn viele wissen gar nicht das gelüftet werden muss um den Schimmel fern zu halten

    Viele Grüßen,

    Anja

    Reply
  3. Helga

    Zum Lüften sind ja die Tipps uns sehr behilflich, vielen Dank! Ich bin an einem Büro tätig und Feinstaub macht bei uns ein Problem aus. Da wäre vielleicht eine Luftmassenmessung sinnvoll. Danke für die Anregung!

    Reply
  4. Tobias Müller

    Vielen Dank für die Tipps zum richtigen Lüften zur Schimmelvermeidung. Mein Onkel hatte den Schimmel satt und hat eine Lüftungsanlage in sein Haus einbauen lassen. Gut zu wissen, dass das Lüften von der Bausubstanz abhängt und man bei alten Fenstern schon eine Grundlüftung hat, die jedoch auf die Heizkosten schlägt.

    Reply

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