Fahrspurregelung im Borussia-Park

FahrspurregelungA19-TARGET Anwendung

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Auf dem schnellsten Weg zum Ziel: Industriecomputer von tci steuert neue Fahrspurregelung im Borussia-Park

Die WM 2006 in Deutschland war der Härtetest für die Stadienbetreiber. Bis auf den letzten Platz ausverkaufte Stadien bedürfen durchdachter und zuverlässiger Verkehrsleitsysteme. Das gilt auch für die regelmäßigen Spiele der Bundesliga. Nahezu jedes Wochenende reisen tausende Zuschauer mit dem Auto, mit öffentlichen Verkehrsmitteln, mit dem Fahrrad oder zu Fuß an und müssen schnell und sicher koordiniert werden. Mit der neuen, zentral gesteuerten dynamischen Fahrspurregelung kommen die Fans von Borussia Mönchengladbach schnell von der Autobahn ins Stadion und können ohne Stress das Spiel genießen.

Als Mittelpunkt im „Area of Sports“, zu der im Nordpark an der Gladbacher Straße inzwischen auch die Hockey-Arena gehört, streckt sich das Borussia-Stadion dem Himmel entgegen. Das 2004 fertig gestellte Stadion des Bundeserstligisten Borussia Mönchengladbach liegt im Westen der Stadt zwischen den Stadtteilen Holt und Rheindahlen – im so genannten Borussia-Park. Es fasst heute insgesamt rund 66.000 Zuschauer auf Sitz- und Stehplätzen, welche zielgerichtet über die weitläufige Parkanlage ins Stadion geleitet werden müssen.

Da gilt es vor allem, dass der Verkehrsfluss von der Autobahn ungestört erfolgen kann. Mithilfe der neu installierten dynamischen Fahrspurregelung ist die Koordination heute jedoch kein Problem mehr. Auf dem 209.072 qm großen Gelände des Borussia-Parks gilt die Devise „Navigationsgerät abschalten und Fahrspursignalisierung folgen“. Zuverlässig werden die tausende von Besuchern jetzt während der Heimspiele des Erstligisten Borussia Mönchengladbach ins Stadiongelände hinein und wieder hinaus geleitet. Mit der Ausführung des gesamten Verkehrsleitsystems wurde die Firma Signalbau Huber GmbH als Generalunternehmer beauftragt.

Verbesserung des Verkehresflusses durch flexible Fahrspurregelung

Die Fahrspurregelung führt alle Verkehrsteilnehmer mithilfe der dynamischen Fahrstreifensignal- und Lichtsignalanlagen vor dem Spiel zu den Parkplätzen in das Stadiongelände und leitet sie nach den Spielen wieder hinaus. So ist die Wegsuche hier kein Thema mehr. Über eine zentrale Bedienstation im Stadion überwacht und lenkt ein Techniker die flexible Fahrspurregelung und die verkehrsabhängige Ampelschaltung. Von zentraler Bedeutung hierbei ist, dass die richtige Abfolge durch die dynamische Abstimmung zwischen den Überkopf-Dauerlichtzeichen und den Signalanlagen gewährleistet ist. Die abzubildenden Verkehrszeichen verändern sich vor Ort über Prismen- und LED-Schilder. Dabei übernimmt ein Industrie-PC von tci zuverlässig als Master-PC die Steuerung der Fahrstreifensignalisierung der vierspurigen Straße zu dem Bundesligastadion.

Und so funktioniert’s im Einzelnen: Zu Spielbeginn werden drei Spuren zum Stadion freigeschaltet und nach Spielende werden wieder drei Spuren in Richtung Autobahn geöffnet. Die Fahrspuren leiten die Fußballfans also zuverlässig hinein und wieder hinaus. Die Gesamtlänge der Strecke beträgt ungefähr zwei Kilometer. Der Industriecomputer von tci dient als Server im Netz und ist mit sechs Slave Industrie-PCs vernetzt. Direkten Zugriff auf ihn hat der Techniker aus der Verkehrsleitzentrale im Stadion. Von hier aus kontrolliert und steuert er mittels der Visualisierungs-Software die Signaltafeln auf den Zu- und Abfahrtsraßen des Borussia-Park Geländes.

Beim Planungsprozess einer solchen dynamischen Fahrstreifensignalisierung müssen wichtige Punkte bedacht und unvorhergesehene Ausfälle miteingeplant werden. Von vorrangiger Bedeutung ist, dass die Steuerung des Autoverkehrs äußerst zuverlässig erfolgt. Denn die Fahrbahnen werden schließlich dreispurig in der Zu- und Abführung befahren. Es gilt, die Fahrstreifensignalisierung mit den Lichtsignalanlagen im Streckenverlauf so zu koppeln, dass an den Knotenpunkten mit dynamischer Fahrstreifenzuweisung und Lichtsignalanlage keine widersprüchlichen Anzeigen erscheinen können.

Damit kein Stau oder sogar ein Unfall provoziert wird, muss die eingesetzte Technik besonders zuverlässig sein und hohen Anforderungen entsprechen.

Sicher gesteuert mit Industriecomputer

Bei der dynamischen Fahrstreifensignalisierung im Borussia-Park hat man sich für einen Industriecomputer der Marke tci als Master entschieden. Die Steuerung des Systems läuft zentral via Soft SPS bei dem Panel PC von tci zusammen. Der mit Touch ausgestattete A19 steuert sechs weitere PCs (Streckensteuergeräte).
Nach Vergleichstests war seine robuste und kompakte Bauform ausschlaggebend für die Wahl, da diese sich hervorragend für den Outdoor-Schaltschrank eignet. Zudem bringt der Industrie-PC weitere wichtige Voraussetzungen mit, wie Langlebigkeit und Zuverlässigkeit. Er ist geeignet für die extremen Bedingungen im Außenbereich, die durch die extremen Temperaturschwankungen und Umweltbelastungen hervorgerufen werden.
Der Panel-PC ist mit einem 19“ Touch-TFT ausgestattet. Ausgezeichnet wird er durch sein kompaktes Gehäuse mit nur 154 mm Einbautiefe und einer nach IP65 geschützten Front sowie einem Rundumschutz von IP54. Das Stahlblechgehäuse ist besonders robust und bietet flexible Einsatzmöglichkeiten in rauen Umgebungen auch außerhalb von Industrieanlagen. Durch das 19“ große TFT hat der A19 eine großzügige Bilddiagonale und einen hohen Ablesewinkel. Und durch die thermisch vorgespannte und entspiegelte Schutzscheibe ist das Touch-Display sicher vor Staub und Spritzwasser geschützt. Alle Programmparameter der Fahrspursignalisierung können über das Display ein-, ausgegeben und darauf angezeigt werden. Für die Programmierung, die Datenerfassung und Datenübertragung zwischen den Verkehrszeichen und den Rechnersystemen zeichnet sich die Firma Brodersen Automation GmbH verantwortlich.
Der eingesetzte Panel PC gehört zu der modularen Industriecomputer-Serie A von tci. Diese kann mit leistungsstarken Prozessoren bis zu Intel Pentium M® ausgestattet werden. Die Pentium M® CPU sorgt für eine geringe Leistungsaufnahme bei maximaler Rechenleistung. Auf diese Weise bleiben die Industriecomputer trotz starker Belastung im Betrieb bei schwierigen Umgebungsverhältnissen dauerhaft stabil und kühl. Der Prozessor kann problemlos sehr hohe Temperaturleistungen erreichen, was für mehr Reserven bei Auslastungsspitzen sorgt. Lieferbar sind die Industrie PCs in Varianten sowohl mit passiver Kühlung also auch mit flachem Kühlkörper, welcher ohne bewegliche Teile für erhöhte Stabilität und Zuverlässigkeit sorgt. Die kompakte Bauform und stabile Verbindung des Prozessors und Kühlkörpers gewährleistet die Robustheit der Geräte bei Erschütterungen und Stößen.
Für die unterschiedlichen Anforderungen kann der Anwender zwischen diversen freien PCI- oder ISA-Slots (2x PCI oder 1x ISA und 1x PCI) wählen. Zusätzlich kann eine beliebige Grafikkarte nach Wahl integriert werden. Beim A19 erfolgt der Filterwechsel zudem leicht von außen. Für gehobene hygienische Anforderungen, wie sie in der Medizintechnik oder in der Lebensmittelindustrie gegeben sind, ist die Front auch in Edelstahl lieferbar. Ausgestattet ist der A19 standardmäßig mit FDD, HDD und CD-ROM. Ferner verfügt er über die Schnittstellen: Ethernet 10/100 Mbps, 2x RS-232, Parallel-Port, externer VGA-Monitoranschluss, Tastatur und Mausanschluss (PS/2). Ein- und Ausschalter (Not-Aus) sind an der Gehäuseseite angebracht.

Fazit und Ausblick

Die neue Fahrspursignalisierung ist das Ergebnis eines intensiven Planungsprozesses und ein Meilenstein für den für den verbesserten Zu- und Abfluss des Verkehrs im Borussia-Park. Mit ihr gewinnt der Erstligist ein wertvolles und modernes Instrument der dynamischen Verkehrsbeeinflussung. Das Projekt der EWMG (Entwicklungsgesellschaft der Stadt Mönchengladbach mbH) hatte vorrangig die Optimierung des Strassenquerschnittes mit Hilfe einer Fahrspursignalisierungsanlage zum Ziel. Geknüpft an diese Optimierung ist die Steigerung der Effizienz des Verkehrsablaufes und eine Reduktion des Verkehrsaufkommens. Der daraus resultierende positive Nebeneffekt ist deshalb auch der Beitrag zum Umweltschutz. Denn die Verringerung der Suchverkehre bedeutet immer auch eine Entlastung der Straßen und der Umweltbelastungen. Auf diese Weise ist die neue dynamische Fahrspurregelung im Borussia-Park vor allem auch ein positiver Beitrag zur Verkehrssicherheit und schont die Umwelt. Weniger Suchfahrten bedeuten schlichtweg weniger Abgase und Verkehrsbelastungen.

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