Big Data und der Mittelstand

Big Data in der Industrie

Mit dem Artikel Big Data – Hype oder Trend habe ich etwas Grundsätzliches zum Thema geschrieben. Big Data ist nach wie vor eines der aktuellen Schlagworte, das wie Industrie 4.0, dem Internet der Dinge und Cloud Computing den digitalen Wandel begleitet.

Big hoch drei

Das Big steht nicht nur für große Datenmengen, sondern auch für schnelle Übertragung (hohe Bandbreite) und schnelle Auswertung (hohe Rechenleistung) in Echtzeit. Dazu können noch Daten aus externen Quellen kommen. Die Analyse und Visualisierung der Daten mit herkömmlichen Tools und Methoden wie Excel scheiden hier aus – die Auswertung muss automatisiert in Echtzeit erfolgen. Neben der technischen Infrastruktur wie (Industrie) Computer, Netzwerke und Sensoren zum Erfassen und Sammeln der Daten sind daher auch entsprechende Analysetools erforderlich.

SPS-Bedienpanels mit Cloud-Anbindung sammeln die Daten von Produktionsanlagen. Bild: tci GmbH

SPS-Bedienpanels mit Cloud-Anbindung sammeln die Daten von Produktionsanlagen. Bild: tci GmbH

Auch für den Mittelstand

Großunternehmen und Konzerne sind in Sache Big Data häufig schon gut aufgestellt. Sie haben in der Regel die Ressourcen, mit eigenen Teams passende Lösungen zu konzipieren und umzusetzen. Auch für den klassischen Mittelständler ist es sinnvoll, wenn er durch die intelligente Nutzung und Vernetzung von Unternehmensdaten Prozessverbesserungen erreichen kann. Je besser Entwicklung, Produktion, Logistik und die Anwender miteinander verzahnt sind, desto mehr Potential für Optimierungen und Verbesserungen lässt sich erkennen – und auch realisieren.

Von Big Data zu Smart Data

Genau genommen kommt es gar nicht auf die schiere Menge an Daten an – sondern auf die richtige Kombination relevanter Daten. Die Daten sind im Sinne von Big Data nutzbar, sobald Muster oder Abhängigkeiten erkennbar sind, anhand derer sich Verfahren, Abläufe, Prozesse oder Produkte optimieren lassen. Bei der „cleveren“ Nutzung der Daten ist von Smart Data die Rede. Je nach Situation können auch aktuelle Sensordaten mit vorhandenen Erfahrungswerten verknüpft werden. Für den Mittelstand ist eine anwendungsorientierte Herangehensweise wichtig, die in einem überschaubaren Zeitraum Erfolg verspricht.

Die Auswertung sinnvoller Daten in Echtzeit schafft einen Mehrwert. Foto: goumbik/pixabay.com

Die Auswertung sinnvoller Daten in Echtzeit schafft einen Mehrwert. Foto: goumbik/pixabay.com

Eis am Stil und Big Data

Kaum etwas ist ärgerlicher, als wenn man eine Nachfrage nicht bedienen kann, weil das Produkt gerade nicht verfügbar ist – wenn beispielsweise im Einzelhandel die Eis-Truhe leer ist.
Im Sinne von Big Data ließe sich das verhindern, indem der Einzelhändler die aktuellen Verkaufszahlen von beispielsweise 20 Stück pro Stunde dem Hersteller oder Großhändler in Echtzeit zur Verfügung stellt. Dieser kann anhand des Lagerbestands hochrechnen, wann eine neue Lieferung eintreffen muss, um einen Engpass zu vermeiden. Zusammen mit historischen Daten (Vorsaison) und aktuellen Wetterdaten ist der Eisverbrauch gut prognostizierbar. Das ist m. E. ein schönes Beispiel, wie die Eisproduktion und Lagerhaltung bedarfsorientiert genau steuerbar ist.

Big Data in der Produktion

Ein weiteres Anwendungsfeld von Big Data in mittelständischen Unternehmen ist die Instandhaltung von Produktionsanlagen. Statt der vorbeugenden Instandhaltung, bei der Verschleißteile unabhängig vom tatsächlichen Zustand „vorbeugend“ ausgetauscht werden, kann man mit Big Data eine vorausschauende Instandhaltung (englisch: Predictive Maintenance) realisieren. Darauf gehe ich in einem der nächsten Blogartikel ein.
Wie ist Ihre Meinung zu Big Data – haben Sie schon Erfahrung damit oder sind Sie noch am Sondieren? Schreiben Sie Ihre Meinung doch in als Kommentar in den Blog oder per E-Mail direkt an den Autor.

The following two tabs change content below.

Gerhard Bäurle

Marketing / PR bei tci GmbH
Gerhard Bäurle arbeitet als "schreibender Ingenieur" für tci. Er ist in der Welt der elektrischen Automatisierung zuhause und betrachtet Technologie auch immer aus dem Blickwinkel der Anwender. Aus dieser Sicht bringt er Technik in eine verständliche Form. Das gilt für Presseartikel und Anwenderberichte ebenso wie für Vorträge und Kundengespräche auf Fachmessen. _______________________________________________________________ Gerhard Bäurle works as "writing engineer" for tci. He is at home in the world of electric automation technology and considers technology from the perspective of the user. With this view he brings technology in a comprehensible wording. . This applies for press articles and case studies as well as for presentations and dialogues with customers at trade fairs.

Neueste Artikel von Gerhard Bäurle (alle ansehen)

This entry was posted in Industriecomputer and tagged , , , , on by .

About Gerhard Bäurle

Gerhard Bäurle arbeitet als "schreibender Ingenieur" für tci. Er ist in der Welt der elektrischen Automatisierung zuhause und betrachtet Technologie auch immer aus dem Blickwinkel der Anwender. Aus dieser Sicht bringt er Technik in eine verständliche Form. Das gilt für Presseartikel und Anwenderberichte ebenso wie für Vorträge und Kundengespräche auf Fachmessen. _______________________________________________________________ Gerhard Bäurle works as "writing engineer" for tci. He is at home in the world of electric automation technology and considers technology from the perspective of the user. With this view he brings technology in a comprehensible wording. . This applies for press articles and case studies as well as for presentations and dialogues with customers at trade fairs.

One thought on “Big Data und der Mittelstand

  1. Pingback: Industrie Computer auf der SPS IPC Drives 2017 - tci GmbH | Blog

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .