Ändere-Dein-Passwort-Tag

Hacker freuen sich über unsichere Passwörter.

Wann das Passwort ändern?

Kennen Sie den Ändere-Dein-Passwort-Tag? Er ist – angeblich seit 2015 – immer am ersten Februar des Jahres. Bewusst wahrgenommen haben ich ihn erst dieses Jahr. Zahlreiche Blogbeiträge, Pressemeldungen und ultimative Tipps zur Passwortsicherheit  haben die Social Media-Kanäle geflutet. Selbst seriöse Kanäle haben sich auf das Thema gestürzt, das auch die Smart Home Security betrifft.

Es gibt meiner Meinung nach genau drei Gründe, ein Passwort zu ändern:

  1. Ein erstes Passwort wurde vom Hersteller vergeben. Gute Systeme zwingen den Anwender dazu, das vorbelegte Passwort durch ein eigenes zur ersetzen. Andernfalls muss man selbst daran denken.
  2. Das Passwort ist trivial und damit unsicher – wie beispielsweise „123456“ oder „Venedig“. Näheres dazu in meinem Blogbeitrag „Ist mein Passwort sicher?„.
  3. Wenn ich davon ausgehen muss, dass mein Passwort bekannt ist – weil ich beispielsweise auffällige Aktivitäten im Netz beobachte – oder meine Daten bei einem Dienstanbieter abgegriffen wurde.

In solchen Fällen ist das Passwort sofort zu ändern, und nicht erst am 1. Februar. Wie ein starkes Passwort aussehen kann – und wie Sie es sich merken können – war das Thema in meinem früheren Blogbeitrag „Wie Sie sich ein starkes Passwort merken„.

Zwang zur regelmäßigen Passwort-Änderung?

Ich sehe keinen Sinn darin, ein sicheres Passwort – von dem nur ich weiß – regelmäßig zu ändern.

Genau genommen halte ich das eher für kontraproduktiv. Der Mensch ist ein bequemes Wesen und versucht vermutlich in solchen Fällen eher einen Zähler in sein Passwort einzubauen, anstatt es komplett zu ändern. Aus _Am1EsadS01 wird dann _Am1EsadS02, _Am1EsadS03, usw. Wird ein solches Passwort gestohlen, können sich die Diebe künftige Passworte einfach herleiten.

Wer sein Passwort alle drei Monate ändern muss, wird sich kaum jedes Mal ein sicheres Passwort überlegen – selbst bei gutem Willen ist das nicht praktikabel. Also, liebe Administratoren, verpflichtet Eure Benutzer ruhig zu langen und sicheren Passwörtern, aber bitte ohne Zwang zum ständigen Wechsel.

Smartphone auf seine Gebäudetechnik zugreift, sich sichere Passwörter besonders wichtig.

Wenn man per Smartphone von außen auf seine Gebäudetechnik zugreift, sich sichere Passwörter besonders wichtig. Bild: ambiento.de

Security im Smart Home

Anscheinend gibt es immer noch Anwender, die ein Kennwort gleich für mehrere Dienste oder Online-Konten nutzen. Wenn einem Hacker so ein Passwort in die Finger fällt, sind alle entsprechenden Konten in Gefahr.

Das gilt natürlich nicht nur für Dienste und Online-Konten, sondern auch für die Geräte und Systeme in Ihrem Smart Home, wie beispielsweise die tci ambiento Touch Panels zur Haussteuerung. Auch wenn es lästig erscheinen mag, jede Türsprechstelle, IP-Kamera, Wärmepumpe oder Heizungssteuerung muss mit einem individuellen Passwort gesichert sein. Keinesfalls dürfen Sie das vom Hersteller vergebene Standardpasswort beibehalten – das wäre geradezu eine Einladung an Hacker. Bei solchen Anwendungen benutze ich Passwörter, die mindestens 20 Stellen haben.

Jeder Dienst und jedes Gerät im Smart Home solle mit einem individuellen Passwort gesichert sein.

Jeder Dienst und jedes Gerät im Smart Home sollte mit einem individuellen Passwort gesichert sein. Bild: geralt/pixabay.com.

Zudem nutze ich bei allen Online-Diensten, die das anbieten, die Zwei-Faktor-Authentifizierung – bei jedem Einloggen bekommt man nach der Passworteingabe einen individuellen Code per SMS oder E-Mail.

Nebenbei: Fatal ist übrigens auch, wenn Ethernet- oder KNX-Anschlüsse außen am Gebäude vorhanden sind. Das ist, wie den Schlüssel der Haustür von außen stecken lassen.

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Gerhard Bäurle

Marketing / PR bei tci GmbH
Gerhard Bäurle arbeitet als "schreibender Ingenieur" für tci. Er ist in der Welt der elektrischen Automatisierung zuhause und betrachtet Technologie auch immer aus dem Blickwinkel der Anwender. Aus dieser Sicht bringt er Technik in eine verständliche Form. Das gilt für Presseartikel und Anwenderberichte ebenso wie für Vorträge und Kundengespräche auf Fachmessen. _______________________________________________________________ Gerhard Bäurle works as "writing engineer" for tci. He is at home in the world of electric automation technology and considers technology from the perspective of the user. With this view he brings technology in a comprehensible wording. . This applies for press articles and case studies as well as for presentations and dialogues with customers at trade fairs.

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