Was wünschen sich Smart Home Nutzer?

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Bild: pixaline/pixabay

Wann setzt sich das Smart Home durch?

Das Thema Smart Home ist geschätzt zwanzig Jahre alt. Dennoch lässt ein echter Durchbruch auf sich warten. Begibt man sich auf die Suche nach möglichen Ursachen, drängen sich zwei Punkte auf:

  1. Wer durchblickt das unüberschaubare Angebot an Systemen und Technologien?
  2. Das Marketing orientiert sich im Wesentlichen an den technischen Möglichkeiten und kaum an den Bedürfnissen der Benutzer.

Unübersichtliche Systemvielfalt

Das Hauptproblem sehe ich in der fehlenden Standardisierung. „Wir haben nicht einen Standard, wie haben Tausend“, habe ich vor kurzem in einer Diskussion zum Thema Smart Home gehört. Es gibt eine Vielzahl von Ökosystemen, deren Geräte und Komponenten nur zu sich selber kompatibel sind. Beispielsweise gibt es Schalterhersteller oder Komponenten-Anbieter wie Hersteller von Rollläden und Raffstores, die ihr eigenes „Ding“ machen. Sie bieten eine Smart Home-Zentrale an, bei der die Steuerung der Beschattung exzellent gelöst ist, andere Funktionen jedoch nur halbherzig ausgeführt sind. Ich habe auch schon gesehen, dass eine Insellösung neben die andere gebaut wurde und die Bewohner mühsam mit zehn Apps jonglieren müssen, um alles zu bedienen.

Eine aufgeräumte Bedienoberfläche im Smart Home bietet beispielsweise pureKNX von tci ambiento. Bild: tci ambiento

Eine aufgeräumte Bedienoberfläche bietet beispielsweise pureKNX von tci ambiento. Bild: tci ambiento

Es ist selbst für Fachleute schwer, den Überblick zu behalten. Manche Handwerker und Architekten kennen ein paar Systeme, die sie dann empfehlen – beispielsweise KNX, Digitalstrom oder eine Wago-SPS. Ob das wirklich passt, weiß man jedoch oft erst hinterher. Meine Empfehlung daher: Schauen Sie sich im Bekanntenkreis um und lassen Sie sich die Lösung am „lebenden“ Objekt von den Leuten zeigen, die das System täglich nutzen. Oder besuchen Sie zumindest einen Show-Room, den viele Anbieter aus dem Smart Home-Umfeld anbieten. Dort sehen Sie in der Regel auch den Unterschied zwischen fest eingebauten Touchpanels und mobiler Bedienung per Tablet.

Genau genommen müssen Sie sich als Smart Home-Interessent erst mal darüber im Klaren werden, welche Funktionen für Sie von Nutzen sind – und wie sie sich ergonomisch bedienen lassen. Das WC-Licht mit dem zweiten Untermenü in der dritten App einschalten? Dann lieber konventionell.

Smart Home und der Nutzen

Diverse Marktuntersuchungen und Studien kommen zum Schluss, dass die Endkunden Wert auf mehr Komfort und Lebensqualität, auf eine höhere Sicherheit und auf eine effiziente Energienutzung legen. Klingt erst mal abstrakt. Was heißt das in der Praxis?

Als gepflegtes Anti-Beispiel nenne ich den Kühlschrank mit Kamera, der selbst Milch und Käse nachbestellt. Nebenbei: Ende 2017 hat Kaufland seinen Bring-Dienst wieder eingestellt. Auch zur Bedienung der Heizungssteuerung von unterwegs habe ich so meine Vorbehalte. Die heute üblichen Flächenheizungen sind so träge, dass es keinen Sinn macht, sie wegen einem Tag im Büro abzuschalten. Das Thema Heizen hatten wir im Blog schon mal hier.

Automatisieren statt informieren

Beispiel Energie sparen
Von unterwegs per Smartphone nachschauen, ob die Badbeleuchtung aus ist und ggf. abschalten? Nicht ernsthaft. Das Smart Home muss selber erkennen, dass alle Bewohner unterwegs sind und das automatisch machen.

Beispiel Sicherheit
Was bringt es Ihnen, wenn Sie unterwegs die Meldung bekommen, dass die Nebeneingangstür offen ist, obwohl niemand zuhause ist. Bis Sie reagieren können, sind Ihr Schmuck, Bargeld und Heimelektronik bereits auf der nächsten Autobahn. Ein Smart Home soll Einbrüche verhindern: Beschattung hochfahren, volle Beleuchtung und Lautsprecher auf Anschlag.

Meiner Ansicht nach wird ein Smart Home dann breit akzeptiert werden, wenn es den Menschen die vielen kleinen Aufgaben abnimmt, an die man sonst immer denken muss.

Was ist Ihre Meinung zum Smart Home? Sehen Sie darin einen persönlichen Nutzen oder eher eine technische Spielerei? Schreiben Sie doch Ihre Meinung als Kommentar in den Blog oder per E-Mail an den Autor.

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Gerhard Bäurle

Marketing / PR bei tci GmbH
Gerhard Bäurle arbeitet als "schreibender Ingenieur" für tci. Er ist in der Welt der elektrischen Automatisierung zuhause und betrachtet Technologie auch immer aus dem Blickwinkel der Anwender. Aus dieser Sicht bringt er Technik in eine verständliche Form. Das gilt für Presseartikel und Anwenderberichte ebenso wie für Vorträge und Kundengespräche auf Fachmessen. _______________________________________________________________ Gerhard Bäurle works as "writing engineer" for tci. He is at home in the world of electric automation technology and considers technology from the perspective of the user. With this view he brings technology in a comprehensible wording. . This applies for press articles and case studies as well as for presentations and dialogues with customers at trade fairs.

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